Stolz auf Holz, das Holzriegel – Zimmermeisterhaus

Ein richtig gebautes Holzriegelhaus benötigt schon um einiges mehr an Aufmerksamkeit als ein Ziegelhaus. Hier müssen Materialien sorgfältig ausgewählt und auch gewissenhaft verarbeitet werden. Die falsche Materialwahl wirkt sich gleich merklich auf das Wohnklima aus. Doch trotz allem ist ein Holzriegelhaus zu bauen, wenn man bestimmte Regeln beachtet, sogar sehr attraktiv. Was einem beim Holzriegelhaus zugute kommt, ist, dass man es immer mit Trockenbauweise zu tun hat. Für diejenigen, die sich viel selber machen wollen, ist das von Vorteil. Es ist durchaus so, dass man sagen kann, dass ein Holzriegelhaus schon kostspieliger ist als ein Massivhaus. Aber, weil man hier durch Selbermachen und auch durch Selbstorganisation viel Geld sparen kann, sind beide Bauweisen finanziell in etwa gleich. Man muss dazu sagen, dass, wenn Sie sparsam bauen wollen, Sie schon mehr verschiedene Firmen/ Handwerker beauftragen müssen als bei einem Ziegelhaus, da mehrere unterschiedliche Arbeiten ausgeführt werden müssen. Die Arbeit, beziehungsweise Organisation, ist schon um einiges mehr. Bei der folgenden Beschreibung der Ausführung wird dies gleich verständlicher. Holzriegelhaus – Ausführung Auch hier gilt die oberste Regel, dass die Außenhaut, Dach-Wand, atmungsaktiv ist. Beim Holzriegel ist es sogar so, dass die Atmungsaktivität nach außen hin immer besser werden muss. Das ist notwendig, damit gewährleistet wird, dass sich keine Feuchtigkeit im Baukörper ansetzen kann. Der Holzriegel besitzt einen Dämmkern und der muss frei gehalten werden von Nässe. Sonst verliert er die Dämmeigenschaft. Beim Holzriegelhaus ist es so, dass der Holzriegel selbst, schon vorgefertigt und einseitig beplankt wird. Die Dämmung und der Rest, werden dann bauseits gemacht. Es ist auch möglich, dass der gesamte Holzriegel erst auf der Baustelle gefertigt wird. Das hängt vom Zimmermeister ab, wie er das handhabt. Von innen nach außen beschrieben Die Innenseite bildet eine Fermacellplatte, diese wird nur noch mit einem Reibputz verputzt oder gespachtelt und gestrichen. Fermacellplatten sind Gipsfaserplatten und können mit den bekannteren Gipskartonplatten gleichgestellt werden. Dahinter befindet sich der Installationskanal. Hier können die Elektroleitungen mühelos und einfach verlegt werden. Ein ökologische Dampfbremse verhindert das zu rasche Eintreten des Wasserdampfes in die Isolierung. Wichtig ist, dass diese Dampfbremse überall nach außen hin gut mit speziellen Klebebändern luftdicht abgeklebt wird. Bei den Fenster zum Beispiel, an das Band vom Fenstersetzer kleben, oder wenn nicht vorhanden, mit den Fensterstock verkleben. Eigentlich sollten außer den Fenster natürlich keine Rohre oder Leitungen durch diese Dampfbremse verlaufen. bei den Stromleitungen nach außen muss man halt gewissenhaft abkleben und das Kabel, das ja in einem Schlauch liegt, ausschäumen. Wichtig!! Bevor mit dem Beplanken der Fermacell- oder Gipskartonplatten begonnen wird, sollte man einen Blower- Door-Test machen lassen. Hier kann man dann Löcher orten, an denen die Dampfbremse nicht luftdicht verklebt worden ist. Beplankung Die schon im Werk angebrachte einseitige Beplankung. Am biologischsten wäre eine normale Rauschalung, die schräg angebracht ist. Es kann aber auch eine OSB- Platte sein. Von normalen Spannplatten ist wegen des Formaldehydgehalts abzuraten. Holzriegel, mindestens 18 cm stark. Es sollte nur ein keilverzinktes Holz verwendet werden. Als Dämmung finde ich ist Schafwolle am besten. Die Schafwolle kann man sich in der gewünschten Breite und Stärke anfertigen lassen. Beim Einbringen der Schafwolle aber auch bei jeder andern Dämmung sollte man aber beachten, dass sich keine Ritzen und Fugen bilden. Geschlossen wird der Holzriegel mit einer Weichfaserplatte. Sie zählt zu den diffusionsoffensten Platten. Am besten man verwendet Platten, die zugleich auch Putzträger sind, wie z.B. das System von Fa. Inthermo. Um bessere Dämmwerte zu erreichen, kann man den Holzriegel außen, am besten quer zu den stehenden Hölzer nochmals aufdoppeln und dann erst die Putzträger – Weichfaserplatten montieren. Das hat auch den Vorteil, dass Rollladen problemlos in der Fassade verschwinden. Bei einer hinterlüfteten Fassade sollte der Riegel ebenfalls mit einer Weichfaserplatte geschlossen werden. Hierfür gibt es spezielle Platten. Danach Lattung als Hinterlüftung. Beplankt wird der Riegel dann mit einer magnesitgebundenen Holzwollplatte, die dann verputzt werden kann. Die Putzträgerplatte wird gespachtelt und genetzt und dann mit einem Außenputz, Reib – oder Kratzputz verputzt. Bei einer Holzfassade wird auf einer zusätzlichen Lattung, die als Hinterlüftung dient, z.B. eine Lärchenschalung angebracht. Natürlich könnte man auch optische Platten, wie Max Platten, montieren. Holzriegelhaus – Innenwände Die Innenwände bei einem Holzriegelhaus, sind gegenüber den Außenwänden eher unspektakulär. Sie bestehen nur aus dem Holzriegel und werden beidseitig mit Fermacellplatten beplankt. Ausgefüllt wieder mit Schafwolle oder Zellulosedämmung. Als Verstärkung, zum Beispiel in der Küche kann man vor der Fermacell- noch eine OSB- Platte oder Rauschalung montieren.  

Holzriegelhaus – Decke

Sichtbare Leimholzdecke: Schöne sichtbare Leimholzbalken werden in regelmäßigen Abständen verlegt. Mit einer vier Zentimeter dicken Sichtschalung werden sie von oben verschalt. Normale Decke: Wenn Sie lieber eine weiße, ebene, geputzte oder gestrichene Decke haben wollen, so werden die Balken unterhalb mit Fermacell verschalt, verputzt oder gestrichen. Holzriegelhaus – Die Stiege Meistens werden in Holzriegelhäusern auch Holzstiegen verwendet. Man kann aber auch ohne weiteres Massivstiegen errichten. Hierbei ist es nur notwendig dem ausführenden Zimmermeisterbetrieb Bescheid zu sagen. Holzriegelhaus – fertig! Man sieht anhand des Wandaufbaues, dass diese Art zu bauen schon etwas komplizierter ist. Fast jeder Zimmermeisterbetrieb kann ein Holzriegelhaus errichten. Sie sollten auf alle Fälle diesen Wandaufbau einhalten. Kleinere Variationen bezüglich der Stärke des Holzriegels sind natürlich möglich. Nur 18 cm sollte die Untergrenze sein. Nach oben hin gilt, je stärker desto besser. Ab 25 cm wird’s aber unwirtschaftlich. Sie können auch einen größeren Installationsraum machen und diesen dann ebenfalls isolieren.   Es geht weiter mit dem Haus… Ab hier unterscheidet es sich kaum mehr, ob Sie ein Holzriegelhaus oder ein Ziegelhaus bauen wollen. Bei beiden Ausführungen geht es weiter mit dem Dachstuhl. Der einzige Unterschied wird sein, dass die Firma, die das Zimmermeisterhaus aufgestellt hat, wahrscheinlich auch den Dachstuhl macht. Hingegen beim Ziegelhaus ein Zimmermeister gesucht werden muss. Der Dachstuhl Beim Dachstuhl gibt es zwei wesentliche Unterschiede. Hier ist aber nicht die Dachform gemeint. Dachformen gibt es mehrere, je nachdem, für was Sie sich entschieden haben. Flachdach, Krüppelwalmdach, Walmdach, Satteldach, Mansardendach. Hier ist noch zu erwähnen, dass ein Flachdach eine groß dimensionierte Hinterlüftung haben muss. Mindestens 10 cm. Ich meine hier den Unterschied zwischen Sichtdachstuhl und normalem Dachstuhl. Viele wissen gar nicht, dass es die Möglichkeit gibt, einen Dachstuhl auf Sicht abzubinden. Bei einem Sichtdachstuhl werden sämtliche Sparren gehobelt. Darauf kommt eine 4 cm starke Sicht – Brandschutzschalung. Die Wärmeisolierung, liegt oberhalb der Sichtschalung, Obersparrendämmung genannt. Es gibt verschiedene Firmen, die so eine Obersparrendämmung anbieten. Bei Verwendung von Schafwolle ist eine besondere Bauweise des Dachstuhles notwendig. Der Vorteil liegt auf der Hand. Nicht nur, dass es eine optische Bereicherung des Hauses ist, sondern, man erspart sich auch den Dachausbau. Wenn man alles in allem mit einem herkömmlichen Dachstuhl + Dachausbau vergleicht, kommt man womöglich sogar noch günstiger davon. Wichtig ist beim Dachstuhl, wenn man die herkömmliche Art macht, dass man anstatt der Bitumenbahn eine diffusionsoffene Unterspannbahn nimmt. Das hat den Vorteil, dass man die Sparrenhöhe voll mit Dämmung ausfüllen kann. Das Wesentliche dabei ist aber, dass auch hier gilt nach außen hin diffusionsoffen zu sein, damit die mit dem Wasserdampf verbundene Feuchtigkeit aus der Dämmung entweichen kann. Der Dachvorsprung sollte wenn möglich auch großzügig gestaltet werden.

Dachdeckung – Spenglerarbeiten

Es gibt viele Möglichkeiten ein Dach zu gestalten. Die Dacheindeckung ist abhängig von der Dachneigung. Auf Flachdächern unter 13 Grad kann man keine Dachziegel verwenden. Hier muss man auf Platteneindeckung zurückgreifen. Eindeckung mit Kupfer, Alu oder verzinktem Blech sind die meistverwendeten Variationen. Sollten Sie nicht eine bestimmte Farbe haben wollen, dann empfiehlt es sich ein Kupferdach zu machen. Mit Kupfer treffen Sie die beste Wahl, gesehen an der Langlebigkeit. Wenn ihr Dach eine besondere Farbe haben sollte, dann nehmen Sie Alu. Hier können Sie unter vielen Farbmöglichkeiten wählen. Wenn Dachziegel Ihr Dach zieren sollen, dann verwenden Sie am besten Tonziegel, anstatt der Betondachsteine. Durch die große Nachfrage der Tonziegel ist der Preis schon beinahe an einen Betondachstein herangekommen. Nicht nur, dass ein Tondach um einiges schöner ist, sondern auch viel langlebiger. Tondächer schauen auch noch nach 30 Jahren aus wie neu. Ganz besonders dann, wenn Sie einen lasierten Ziegel verwenden. Auf Bauernhöfen liegen Tondachziegel, die schon oft mehr als 200 Jahren alt sind. Ein Dach wird durch das Wetter und Temperaturschwankungen viel strapaziert. Umso wichtiger ist es, hier die richtige Wahl, ein Tondach zu nehmen. Der Dachspengler Auch hier gilt es, keine Kompromisse einzugehen. Kupfer ist natürlich sehr gut. Eventuell kann, wenn wieder Farbe eine wichtige Rolle spielt, auf Alu zurückgegriffen werden. Bei den Spenglerarbeiten kann keine oder wenn, nur minimale Eigenleistung eingebracht werden. Am besten ist, man lässt hier den Fachmann sein Werk vollbringen.

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