Massiv – oder LeichtbauweiseMassiv – oder Leichtbauweise

Massiv – oder Leichtbauweise

Viele Bauherrn haben, wenn sie sich entschließen ein Haus zu bauen, ohnehin schon eine Vorstellung davon, wie das zukünftige Haus gebaut werden soll. Grundsätzlich teile ich die Bauweise in drei Gruppen:

Blockhäuser: Bestehen vorwiegend aus Holz und werden aus Blockbohlen direkt auf der Baustelle errichtet. Holz ist ein absolut baubiologischer Baustoff, doch durch die Kombination mit wiederum gesundheitsschädlichen Materialien zerstört man die Unbedenklichkeit dieser Bauweise meist. Blockhäuser unterscheiden sich optisch zu den Holzriegelhäuser insofern, da Holz als Sicht dient. Blockhäuser zu bauen erfordert auf Grund der großen Setzung, die solche Häuser aufweisen, besondere Erfahrung. Darum, bevor sie sich entscheiden, so ein Haus zu bauen, unbedingt errichtete Häuser der jeweiligen Firma besichtigen. Von Selbstbausätzen kann ich nur abraten.

Massive Bauweise / Ziegel: Hauptsächlich werden hier massige, schwere Baumaterialien verwendet. Also Ziegel und Beton. Lecaton oder Ytong zählen ebenfalls dazu. Hauptsächlich werden Häuser in Massivbauweise erst direkt auf der Baustelle errichtet. Eine Vorfertigung in einer Fabrik wird teilweise schon von einzelnen Firmen praktiziert, ist aber nicht die Regel. Ziegelhäuser werden von dem schönen Ruf der Langlebigkeit bzw. solide und altbewährt zu sein, begleitet.

Holzriegelbauweise – Leichtbauweise: Hier werden Holzstaffeln zu Rahmen gefertigt. Diese Rahmen werden dann mit den unterschiedlichsten Dämmmaterialien ausgefüllt. Als Beplankung werden verschiedene Platten verwendet. Holzbalken, die ebenfalls mit zum Beispiel Gipskarton – Platten verschalt werden, bilden die Decken. In der Holzriegelbauweise ist es gang und gäbe, dass schon in der Fabrik ganze Wände vorgefertigt werden, die dann auf der Baustelle nur noch zusammengestellt werden. Bei der Leichtbauweise muss aber immer darauf geachtet werden, dass auch massige schwere Baumaterialien eingesetzt werden. Lehmwände, Lehmputze, Steinböden, Kachelöfen usw. können hier wichtige Bestandteile sein. Das braucht man, um ein geregeltes Raumklima zu erhalten. Lehm ist optimal feuchtigkeitsregulierend. Ein Kachelofen ist auch im Sommer ein guter Speicher für Wärme und Kälte. Im Sommer ist es wichtig, dass die Frische der Nacht gespeichert wird und tagsüber abgegeben werden kann. Im Winter muss die erwärmte Raumluft gespeichert und bei Bedarf abgegeben werden. Große Temperaturschwankungen werden somit vermieden. Man erhält so ein selbst regulierendes Raumklima. Durch die industriell gefertigten Fertighäuser erleidet leider diese Bauweise einen schlechten Ruf. Doch ein richtig gebautes Holzriegelhaus ist ebenso qualitativ hochwertig wie ein Ziegelhaus. Da ich von einem richtig gebauten Holzriegelhaus ebenso überzeugt bin wie von einem Ziegelhaus, behandle ich diese zwei Arten ohne Unterschied. Dadurch erhalten sie eine unabhängige Information und können sich so eine eigene Meinung bilden. Früher gab es zwischen den beiden Bauweisen einen erheblichen Unterschied bezüglich der Wärmedämmung. Doch durch die ausgezeichneten, tollen Eigenschaften der heutigen Ziegel zählt das heute nicht mehr. Auch bauzeitlich gibt es kein Plus mehr für die Holzriegelbauweise. Es ist zwar richtig, dass auf Grund der Vorfertigung die Bauzeit auf der Baustelle zumindest bis zum Fertigstellen des Daches kürzer ist. Nur ist damit das Haus noch nicht fertig, wie wir alle wissen. Oft wird auch mit der Produktion erst begonnen, wenn der Keller fertig ist. Die Zeit, die diese Produktion benötigt, wird meistens nicht gerechnet. Darum kann man sagen, vom Baubeginn bis zum Einzugstermin, gibt es keinen Unterschied bei diesen beiden Bauarten. Preislich gesehen ist ein fachmännisch gefertigtes Zimmermeisterhaus genauso günstig wie ein Ziegelmassivhaus. Beim Zimmermeisterhaus kann eventuell mehr Eigenleistung eingebracht werden, das für Heimwerker eine Kaufentscheidung darstellt. Einen Unterschied gibt es schon, der zu erwähnen ist. Bei einem Holzriegelhaus sollte der Außenputz aus bautechnischer Sicht sofort gemacht werden. Hingegen beim Ziegelhaus sollte damit eine Heizperiode gewartet werden, da Massivbauweise immer eine Nassbauweise ist. Dadurch kann das Ziegelhaus dann besser austrocknen. Wie so oft im Leben, sollte Ihr Gefühl der Ausschlag sein, sich für ein Ziegelhaus oder ein Zimmermeisterhaus zu entscheiden. Noch mal auf den Punkt gebracht: Leider gehen die Meinungen bezüglich Holzriegelhaus und Ziegelhaus extrem auseinander. Der Grund dafür ist aber, dass 99 % der Firmen jeweils nur eine Bauweise vertreten. „Jeder Kramer lobt sei Ware’“, trifft da voll zu Nachtrag 2010: Seit diesem Jahr habe ich nun auch die Möglichkeit geschaffen, ein Holzriegelhaus in Elementen direkt auf der Baustelle händisch aufzubauen, und das ohne Kran. Die Wände habe ich in Raumhöhe, max. 60 cm lange Wandelemente geteilt. Diese können nun auf der Baustelle mit nur einem Mann von der Firma rasch aufgestellt werden. Diese Wandelemente sind fertig gedämmt, natürlich mit Schafwolle. Den großen Vorteil sehe ich in der großen Einbringung von Eigenleistung. Darüber hinaus habe ich mit diesen System praktisch keine Wartezeit und kann ein Haus innerhalb einer Woche liefern.

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