Das Ganze ist die Summe aller Teile

Viele Bauleute folgen einem großen Irrtum. Sie meinen, dass es günstiger sei, einer Firma den Bau eines schlüsselfertigen Hauses zu übergeben. Ich habe jahrelang solche Aufträge angenommen und durchgeführt. Glauben Sie mir, kein Unternehmen übernimmt umsonst Arbeiten, die es nicht selbst durchführen kann. Eine Baustelle zu organisieren und vor allem auch noch die volle Haftung zu übernehmen, birgt großes Risiko. Nicht nur bei der Ausführung, sondern auch bei der Gewährleistungspflicht. Dieses Risiko lassen sich solche Firmen hoch bezahlen. Der Grund dafür ist, dass Sie eigentlich gar keinen unmittelbaren Einfluss nehmen können für die Richtigkeit der Ausführung. Nicht immer steht der Bauleiter draußen und schaut den Handwerkern der Subfirmen auf die Hände. Wie aber schon erwähnt, muss man natürlich auch darauf vertrauen, dass die einzelnen Handwerksbetriebe schon wissen, was Sie tun. Die Begründung, dass Unternehmen Leistungen von Subfirmen günstiger einkaufen als der Kunde selbst, stimmt zwar grundsätzlich. Doch die Unterschiede bei Handelswaren wie z.B. Fenster sind so minimal, dass sie damit das große Risiko der Gewährleistung nicht mal annähernd abdecken können. Was ist die Folge? Der Kunde muss den Risikoanteil durch Mehrpreis abdecken. Der Generalunternehmer muss auch noch etwas verdienen und darum zahlt der Kunde nochmals einen beträchtlichen Mehrpreis. Bei Dienstleistungen, angefangen bei Installationen bis hin zum Bodenleger, wirkt sich dieser Aufschlag dann gleich noch mal so hoch aus. Der Grund liegt natürlich klar auf der Hand, weil da die Gefahr eines Mangels viel größer ist. Es ist eigentlich ein Teufelskreis, dem der Kunde bei der Vergabe von Komplettaufträgen ausgeliefert ist. Die Subfirmen werden immer von solchen Generalanbietern im Preis voll gedrückt, damit diese wenigstens noch ein wenig konkurrenzfähig sind. So, was passiert. Die Subfirma muss Einsparungen vornehmen, oft an der Qualität. Das können Sie ganz leicht an den Detailausführungen der meisten Komplettanbieter sehen. Betondachstein, Blechrinnen, Blechfensterbänke, Mineralwolle, Plastikfolien, minderwertige Ziegel, die nur noch mit einen Vollwärmeschutz versehen werden können, sogar die Zwischenwände sind nur noch 10 cm stark um sogar hier noch die 10 Cent zu sparen, usw.. Wenn man dann wenigstens ein bisschen Qualität will, sind die Aufpreise so unverschämt groß, dass man es sich überlegt und der Kunde nimmt dann die jämmerliche Ausführung in Kauf. Dies ist wohl der größte Vorteil, den Sie haben, wenn Sie ein wenig Zeit für ihr neues Zuhause übrig haben und sich selbst darum kümmern, wie Ihr Haus gebaut werden soll. Nicht nur die Qualität stimmt dann, sondern auch der Preis. Haben Sie sich schon einmal ausgerechnet, wieviel Sie, wenn sie ein Haus beim Bauträger kaufen, alleine ans Finanzamt zahlen? Wenn Sie das Grundstück separat kaufen, zahlen Sie 3,5 % + 1 % Steuern vom Kaufpreis des Grundstückes; bei € 100.000.- also € 4.500.- So, nun kaufen Sie beim Bauträger ein Haus samt Grundstück um € 350.000.-, nun müssen Sie von dieser Summe die insgesamt 4,5 % zahlen…. das sind € 15.750 .- Sie zahlen an Vater Staat hier schon mal um über € 10.000.- mehr Nun müssen auch der Notar und die treuhändische Abwicklung bezahlt werden. Hier liegt auf Grund des Kaufpreises der Unterschied noch mal so bei € 3.000.- Das, lieber Bauherr. zahlen Sie direkt oder der Bauträger hat das aufgeschlagen. Nun fehlt noch, das ein Makler im Spiel war. 6 % ( 3% Bauherr 3% Bauträger). Auch das zahlen Sie. Wenn Sie nur das Grundstück über einen Makler kaufen, zahlen Sie nur 3 %. Rechenbeispiel: Grundstück € 100.000.- davon 3 % = € 3.000.- Makler über Bauträger: € 350.000.- 6 % = € 21.000.- Hier die traurige Bilanz: € 11.350.- mehr Steuern € 3.000.- mehr Notargebühren € 18.000.- mehr Maklergebühren Summe € 32.350.- Wenn Sie jetzt noch die Spanne hinzu addieren, die der Bauträger verdienen muss, ca. 10 % von Baukosten € 250.000.- = € 25.000.- Lieber Bauherr, um diesen Betrag verringert sich der Wert Ihres Hauses. Darum empfehle ich Ihnen das Hausbauen selber in die Hand zu nehmen, oder ziehen Sie einen Berater zur Seite. Gewährleistung: Stellen SIe sich noch eine Frage: Was ist besser: die Gewährleistung von einem Handwerker direkt, oder die Gewährleistung von einem Bauträger. Denn, wenn es zu Problemen kommt ,dann hat niemand Schuld.

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