Ausführung Keller
In die fertige Baugrube wird eine mind. 20 cm dicke Rollierung eingebracht. Die Rollierung ist wichtig, damit kein Wasser unmittelbar unter der Fundamentplatte stehen kann. Zu dem gleicht die Rollierung Unebenheiten aus. Auf die Rollierung wird eine Baufolie ausgelegt. Das ist wichtig, damit beim späteren Einbringen des Betons der Zementschleim in der Bodenplatte bleibt und nicht in der Rollierung verschwindet.
Nun wird die Fundamentplatte so eingeschalt, dass sie jeweils mindestens 10 cm größer wird, als der eigentliche Keller. Unterhalb der Fundamentplatte liegt der Kanal ( = 150 mm). Ein Rund-Erder wird entlang der Außenwände als Erdung in die Platte verlegt und an den Ecken hochgezogen. Auch quer muss ein Rund-Erder in der Bodenplatte liegen. (Kein Punkt soll weiter weg entfernt sein, als 5 Meter). Zu empfehlen ist, dass auch im Bereich des Heizhauses die
Erdung hochgezogen wird, bzw. auch dort wo der Zählerkasten installiert wird. Als Bewährung genügt in den meisten zwei Lagen Eisen Matten. Eine Lage muss unten liegen und die andere mit Hilfe von Distanzstreifen oben. Bei den meisten Kellern die ich baue verwende ich Kunststofffasern anstatt der Matten. Die Fundamentplatte wird nun mit Dichtbeton betoniert. Die Stärke der Platte, muss um die 25 cm betragen. Bei Verwendung von Fasern muss Sie mind. 30 cm stark sein. Nach dem Betonieren, wird ein Fugenband, in den noch frischen Beton, entlang der Außenwände mittig liegend, gesteckt. Zum Abschluss, werden noch ca. 1 Meter lange Steckeisen, die oben umgebogen sind, alle 50 cm, im Verlauf der Außenwand, aber außerhalb des Fugenbandes, in den Beton gesteckt.
Die Fundamentplatte ist somit fertig.
Schon nach einem Tag kann mit den Kelleraußenwänden begonnen werden.
Die Wände werden auf der Fundamentplatte zentimetergenau ausgemessen. Mit Hilfe der Aluschalung entstehen die Kelleraußenwände. Betoniert wird wieder mit Dichtbeton. Anstatt Eisenmatten werden Kunststofffasern den Beton schon im Werk beigemengt. Das ist besonders wichtig, da Beton beim Erhärten schwindet und dadurch Schwindrisse entstehen. Durch die Beimengung der Kunststofffasern, wird das zu 100 % vermieden. In der Aluschalung, werden sämtliche Aussparungen wie Türen und Fenster, mit Pfosten ausgeschalt.
Nun werden die tragenden Innenwände mit Ziegeln gemauert. Unter der ersten Ziegelschar, kann eine Teerpappe verlegt werden.
Da der Keller, irgendwann einmal, sinnvoll genutzt werden soll, verlegen wir eine Ziegeldecke mit einer minimalen, statisch benötigten, Bewehrung. Die vollflächige Eisenmatte, die normalerweise als Verteilehrbewehrung dient, wird wieder von Kunststofffasern ersetzt. Mit Fertigbeton, wird die Kellerdecke betoniert, die Stiege sollte am besten gleich mitbetoniert werden.
Obwohl der Keller mit Dichtbeton betoniert ist, wird die gesamte Außenwand mit einem Bitumenanstrich versehen. Danach werden mindestens 5 cm dicke Styrodur - Platten mit einer Bitumenspachtelmasse vollflächig auf den Außenwänden angebracht. Sie dienen als Wärmeschutz. Den Abschluss der Isolierung bildet eine Noppenfolie als Wand – Drainagierung. Wenn keine Grundwasser Gefahr besteht, wird noch ein Drainageschlauch in der Höhe der Fundamentplatte gelegt und am Schmutzwasserkanal angeschlossen oder in einen Sickerschacht geführt. Bei den Lichtschächten, muss darauf geachtet werden, dass eventuell eindringendes Wasser ungehindert in die Drainage gelangen kann. Den Keller braucht jetzt nur noch bis ca. 30 cm oberhalb der Fundamentplatte mit Rollierung hinterfüllt werden. Danach Flies darauf gelegt und mit Aushubmaterial hinterfüllt.
Die Zwischenwände sowie der Kamin werden nachträglich aufgemauert.
Der Keller ist somit erstmals fertig.
So, nun haben Sie erfahren, wie Sie ihren Keller bauen, bzw. wie die Ausführung auszusehen hat. Folgende Vorteile ergeben sich schon.
Diese Ausführung für den Keller ist notwendig. Sie erreichen damit den höchsten Grad der Sicherheit bezüglich Feuchtigkeit. Trotz der qualitativ höchsten Bauweise sind die Kosten im Vergleich aller anderen Möglichkeiten gering.
Z.B.: Mit einem Fertigteilkeller erreichen Sie weder einen wirtschaftlichen noch einen optischen Vorteil.
Wenn die Außenwände mit Füllsteinen gemauert werden, erreichen Sie nur mit enormen Kostenaufwand, die gleiche Sicherheit, bezüglich der Dichtheit.
Einen Keller zu bauen, ist immer verbunden, mit einer größeren Investition. Genau deswegen, dürfen hier keine Kompromisse eingegangen werden.
Da Sie ja einen Keller errichten, um ihn auch sinnvoll nutzen zu können, sollten Sie noch eine minimale Investition tätigen.
Wenn Sie nämlich im Keller einen zusätzlichen Wohnraum unterbringen wollen, strahlt eine kalte Betonwand nicht gerade Behaglichkeit aus. Darum ist es sinnvoll, auf die Betonaußenwände 5 cm Styropor zu geben, mit einem 8 cm dünnen Hochlochziegel vorzumauern und später zu verputzen.
So erhalten Sie einen attraktiven Keller, der als Wohnraum dienen kann.
Wenn ich Holzriegelhäuser baue biete ich meinen Bauherrn die Wahl an, anstatt der Ziegeldecke eine Holzdecke mit sichtbaren Leimholzträgern zu verbauen. Auch die Innenwände mache ich dann gerne aus Holzriegel.
Eine Besonderheit die ich in Zukunft für meine Bauherrn zum Leistungsumfang des Kellers anbiete ist der Schutz gegen das Radon. Unter dem Punkt Baubiologie erwähnt. Radon kann ganz einfach durch Verlegung von Bitumenbahnen gehindert werden ins Bauwerk zu dringen. Also sollten sie in einen Gebiet bauen wo eine Konzentration an Radon vermehrt auftritt, sollten Sie diese Investition tätigen.
