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Kapitel I

Die Architekten und meine Erfahrungen mit Ihnen


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letzte Aktualisierung:
Mittwoch, 21.09.2011 12:43

Die Architekten und meine Erfahrungen mit Ihnen

 

Liebe Bauherrn, nun werde ich einiges über die „Machenschaften“ der Architekten berichten.

Vorab möchte ich aber noch klarstellen, dass meine Erfahrungen nicht für alle Architekten gelten sondern nur für die, mit denen ich zu tun hatte. Dabei gab es jedoch leider keine Ausnahmen.

 

Ich hatte mich gerade mal selbstständig gemacht mit einer kleinen Baumeisterei, da lernte ich einen schon sehr alten Architekten kennen. Er war schon über 65 Jahre und trotzdem noch ein brillanter Planzeichner. Ich weiss nicht ob es daran gelegen hat das es vielleicht noch keine guten Computerprogramme fürs Planzeichnen gab, oder war es die Überzeugung das Haralds, so nenn ich diesen Architekten mal, die Pläne mit der Hand  zu zeichnen. Eigentlich war ich auch froh darüber, denn die

Pläne die er zeichnete, waren wirklich 1a. Nie kam es vor, dass seine Pläne von einer Gemeinde auch nur einmal zur Korrektur zurückgeschickt wurden.

Er produzierte einige Pläne für meine Bauherrn und wir lernten uns wirklich gut kennen.

 

Eines Tages kam ich in sein kleines Büro um mir wieder einen Plan zu holen, da sah ich auf seinem Zeichenständer einen tollen Plan von einem wunderschönen Haus. Als ich Ihn darauf ansprach, für welche Firma er den Plan gemacht hatte, gab er mir zur Antwort, dass er dies nicht für eine Firma, sondern für den Bauherrn direkt machte.

Und darüber hinaus hat er auch die Baukoordination für dieses Haus zu machen. Das heißt, Ausschreibung, Angebote einholen und Auftragsvergabe sowie Bauüberwachung.

Als ich erfuhr, wie viel Geld er dafür bekommt, war mir klar dass ich den falschen Beruf hatte. Sage und Schreibe 250.000 Schilling bekam er für den Plan und dafür, den Bauherrn zu Beraten und zu sorgen, dass er am kostengünstigsten baut.

 

Erfreut  war ich als er mich fragte, ob ich dieses Haus bauen will. Wie aus der Pistole kam natürlich das Ja von mir als Antwort. Ich sagte zu Ihm, dass er mir den Plan kopieren soll damit ich ein Angebot machen kann. "Das brauchst du nicht machen" sagte er, "das mach ich für dich". Verwundert und naiv gab ich zur Antwort wie das gehen soll, da er ja nicht weis wie viel ich verlange. "Schau her" sagte er, "Ich erstelle die Ausschreibung,  hol mir Angebote von Firmen,  sollten einige aus der Reihe fallen die besonders günstig anbieten, so wie du es wahrscheinlich machen würdest, so werde ich  die Angebote meinen Bauherrn nicht vorlegen. Die Preise bei deinem Angebot, dass ich jedoch schreibe, werden bisschen günstiger sein als die zwei teuersten Firmen".

"Ein par zustimmende Worte werde ich dann für Dich bei  meinen Bauherrn vorbringen, und der Auftrag ist Dir sicher". Doch jetzt kommt es: "  Da ich Dir einen so lukrativen Auftrag gebe, möchte ich als kleines Dankeschön 5 % der Rechnungssumme als Beratungshonorar".

5% das wären bei 2,800.000 ATS  nochmals 140.000 ATS

 

 

Wenn Sie jetzt glauben, dass ist eine erfundene Geschichte, dann liegen Sie falsch. Ich dachte damals auch dass dies ein Einzelfall gewesen ist. Doch nach weiteren 10 Jahren kann ich Ihnen mit 100 % Ehrlichkeit sagen, dass es nie anders gewesen ist,  wenn ich mit Architekten gearbeitet habe. Dass es normal ist wenn man fürs Vermitteln von Aufträgen etwas bekommt oder Zahlen muss ist in der Bauwirtschaft Gang und Gebe. Doch wenn man als Bauherr schon eine nicht geringe Summe zahlt, dass man günstig baut, ist das halt schon sehr bitter. Ich kann Ihnen nur raten, wenn Sie schon mit einem Architekten bauen wollen, dass Sie dann aber auch selbst Angebote einholen und diese Ihrem Architekten vorlegen.

 

Leider muss ich Ihnen auch aus Erfahrung sagen, dass manche Architekten nicht praxisgerecht Planen, vor allem bei Einfamilienhäusern..

Erst vor kurzem musste mein Bauherr einen von Architekten gezeichneten Plan wegschmeißen, weil ich nach diesem Plan unmöglich bauen hätte können. Das tragische daran war, dass der Plan richtig viel Geld gekostet hat, nämlich € 4.500.-!!

 

Auch hier sage ich vorab, dass es oftmals günstiger und besser ist, sich von einem Zimmermeister oder Baumeister den Plan zeichnen zu lassen. Diese Fachleute leben praktisch auf der Baustelle und wissen, dass es im Holzbau zum Beispiel nicht gerade wirtschaftlich ist, Deckenspannweiten von mehr als 6 Meter zu verwirklichen, gerade im Einfamilienhausbau, noch dazu wenn die tragenden Wände geschossweise nicht übereinander platziert sind.

 

 

 

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